NOx-Werte unter 20 mg
Emissionsarmes Heizsystem in Hannovers zweitgrößter Wohnanlage
Die Wohnanlage Tollenbrink in Bothfeld gilt mit ihren 482 Wohneinheiten als die zweitgrößte Hannovers, erbaut im Jahr 1972. Mit einem neuen Heizkesselsystem von Bosch profitieren die 1.200 Bewohner neben einer sicheren und kosteneffizienten Wärme- und Warmwasserversorgung vor allem von einer besseren Luftqualität: Die Stickoxid-Emissionen der Anlage sind so gering, dass sie deutlich unter dem gesetzlich festgelegten Grenzwert liegen.
Für eine saubere Umwelt
Die Kesselanlage besteht aus zwei kompakten UT-L Heizkesseln mit einer Wärmeleistung von jeweils 1.300 Kilowatt. Das Besondere: Es werden maximal 20 mg/m³ Stickoxid-Emissionen erzeugt. Das ist weit weniger als die neuesten Grenzwerte von 100 mg/m³ der kommenden 44. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV). Befeuert werden die Kessel mit einer neuen Brennergeneration eines deutschen Brennerherstellers. Diese Gas-Oberflächenbrenner gehören zu den ersten in Deutschland und erzielen in Kombination mit den Bosch-Heizkesseln sowie deren Flammraumgeometrie die zukunftsweisenden Werte. Die Verbrennungstemperatur liegt bei 1.200 Grad, was die Bildung von thermischem Stickoxid mindert. Zum Vergleich: Bei konventionellen Geräten liegen die Temperaturen um einige hundert Grad höher. „Wir sind bewusst der künftigen Gesetzgebung vorausgeeilt und haben eine Anlagentechnik geplant, die auch die nächsten Jahrzehnte Bestand hat“, erläutert Sven Koss des ausführenden Planungsbüros Koss Ingenieure. Zudem ermöglicht der hohe Modulationsbereich von 1:10 (260 bis 2.600 Kilowatt) lange Brennerlaufzeiten. Das Kesselsystem passt sich also flexibel an den Wärmebedarf an, ohne ständiges An- und Abfahren, was einen erhöhten Energieverbrauch zur Folge hätte.
Die Entwicklung und Umsetzung von neuen Ideen sind unerlässlich, um die Ressourcen- und Klimaschutzziele in Deutschland und Europa zu erreichen. Der größte Hebel ist mitunter die Reduktion der Emissionen am Wärmemarkt. Die Bereitstellung von Raumwärme ist in Deutschland zu etwa zwei Dritteln für die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor verantwortlich.* Veraltete Heiztechnik und die daraus resultierende Abgabe von Schadstoffen in die Erdatmosphäre tragen zu den negativen Auswirkungen bei. Der technologische Fortschritt kann eine deutliche Emissionseinsparung bewirken, das spiegelt die neue Heizkesselanlage in Tollenbrink wider. Neben den niedrigen Emissionen arbeitet die Anlage auch besonders effizient und kostensparend. Das bewährte Kesseldesign und die hochwertige Isolierung erzielen zusammen mit den integrierten Abgaswärmetauschern einen Wirkungsgrad von nahezu 100 Prozent – das wirkt sich positiv sowohl auf den Energieverbrauch als auch auf die Emissionen aus. Als Impulsgeber für eine klimafreundliche Zukunft.
*Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit