Strom, Wärme und Dampf für Klinikum Traunstein
Perfekte Kombination: BHKW mit Vierzugkessel
Das Unternehmen
Das Klinikum Traunstein ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München und ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung. Als größtes Haus des Klinikverbundes der Kliniken Südostbayern AG stellt es die medizinische Versorgung für die Stadt Traunstein und den gesamten südlichen Chiemgau sicher. 518 Betten auf 22 Stationen, zwei Notaufnahmestationen und die Zentralsterilisation müssen rund um die Uhr effizient mit Energie versorgt werden. Hinzu kommen mehrere Tageskliniken und Kompetenzzentren. Angegliedert an das Klinikum Traunstein ist die Rettungshubschrauberstation Christoph 14.
Effektiver Einsatz von Abwärmequellen: Die BHKW-Abwärme mit Temperaturen bis zu 550 °C werden in den vierten Zug des Dampfkessels geleitet und zur Dampferzeugung verwendet.
Strom und Wärme gleichzeitig produzieren
Für energieintensive Betriebe wie Krankenhäuser ist der Einsatz von BHKWs besonders lukrativ. Der stetige, gleichzeitige Strom- und Wärmebedarf ermöglicht hohe Laufzeiten und somit einen großen Beitrag zur Senkung der Heiz- und Stromkosten. Darüber hinaus verursacht der lokal produzierte Strom nur halb so viel CO2-Emissionen wie Strom aus dem deutschen Netz. Das BHKW im Klinikum Traunstein verfügt über Leistungen von 237 kW elektrisch und 374 kW thermisch. Die Abwärme des erdgasbetriebenen Motors wird für die Speisewasser-Vorwärmung zur Dampferzeugung, für die Gebäudeheizung und Trinkwassererwärmung genutzt. Darüber hinaus dient sie zur Beheizung der Hubschrauberplattform des Klinikums während der Wintermonate. Der schnee- und eisfreie Landeplatz gewährleistet eine schnelle Versorgung von Notfallpatienten.
Dampf- und Wärmeverwendung im Klinikum Traunstein.
Perfekt kombiniert – BHKW und Vierzugkessel
Zur weiteren Erhöhung des Wirkungsgrads wird im Klinikum Traunstein die Restabwärme der BHKW-Abgase zur Dampferzeugung verwendet. Hierzu verfügt der eingesetzte UL-S Dampfkessel über einen vierten Zug, in dem die Abgase Wärme an den Dampf abgeben. Zusammen mit der erdgasbetriebenen Feuerung produziert der Kessel bis zu 1.600 Kilogramm Dampf pro Stunde. Ein nachgeschalteter Wärmetauscher stellt sicher, dass die Wärme der Abgase maximal zurückgewonnen wird. Das Klinikum profitiert von einer außerordentlich wirtschaftlichen, kontinuierlichen Dampfversorgung für eine optimale Sterilisation und Hygiene.
Einblicke in unsere Technik
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Maximale Sicherheit im Klinikbetrieb
Für eine erhöhte Versorgungssicherheit mit Dampf ist im Klinikum zusätzlich ein Dreizug-Dampfkessel UL-S mit einer Warmhalteeinrichtung integriert. Über eine eingebaute Heizschlange im Kesselboden wird der Dampferzeuger bei abgesenktem Druck warmgehalten. Das ermöglicht eine schnelle Verfügbarkeit und erhöht die Lebensdauer der Anlage durch weniger Kaltstarts. Durch den integrierten Economiser wird die Wärme der Kesselabgase für die Speisewasser-Vorwärmung genutzt. Die geringeren Emissionen und der reduzierte Brennstoffeinsatz schonen die Umwelt und den Geldbeutel gleichermaßen. Weitere Einrichtungen zur Wärmerückgewinnung sowie Komponenten zur Wasseraufbereitung und Automatisierung ergänzen das Gesamtsystem. Sie erhöhen die Energieeffizienz, sorgen für einen auf lange Lebensdauer optimierten Betrieb und maximieren die Zuverlässigkeit.
Für die Heizungsunterstützung stellt ein Heizkessel UT-L bis zu 1.900 kW Wärme bereit. Zusammen mit seinem Abgaswärmetauscher erreicht der Kessel einen Wirkungsgrad von über 98 Prozent im Gasbetrieb. Dank der Zweistofffeuerungen können beide Back-up-Kessel bei eventuellen Engpässen im Gasnetz auch mit leichtem Heizöl betrieben werden. Das bietet zusätzliche Versorgungssicherheit.
Mit der Konzeption und Planung der richtungsweisenden Anlage war die Dickert Beratende Ingenieure GmbH beauftragt. Die Einbringung und Installation des Energiesystems durch das Anlagenbauunternehmen Auma-Tec erfolgte im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung der Versorgung. Schritt für Schritt sind die bestehenden Dampf- und Heißwassererzeuger (Baujahr 1986) gegen die neuen Bosch-Energieerzeuger ausgetauscht worden. Besondere Herausforderungen waren dabei die begrenzten Platzverhältnisse in dem Kellergeschoss des Klinikums sowie die Einbringung des BHKWs und der Kessel durch den engen Einbringungsschacht.
Das Ergebnis
Das Klinikum Traunstein profitiert von einem durchweg zuverlässigen Energiesystem aus einer Hand. Die Nutzung und KWK-Vergütung des eigenerzeugten Stroms sowie die effiziente Verwendung von Abwärmequellen zur Dampferzeugung halten die Energiekosten gering: rund elf Prozent können Jahr für Jahr eingespart werden. Der reduzierte Gasverbrauch und die deutlich gesenkten Emissionen schonen Umwelt und Ressourcen.